Klopfzeichen

 Dezember 2013 – „Ein Fremder hat immer seine Heimat im Arm“

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Auch Jesus war Flüchtling, von Geburt an ohne Herberge, schon als Säugling mit seinen Eltern auf der Flucht ins Ausland. Unter dem Leitgedanken „Ein Fremder hat immer seine Heimat im Arm“, einer Zeile aus einem Gedicht von Nelly Sachs, wurden die Besucher eingeladen, hinter die Zahlen zu schauen und sich für die (Lebens-) geschichten der Fremden zu interessieren. Goldschimmernde Stein wurden zu Ermutigungszeichen, die Fremdheit zu überwinden und Begegnungen zu schaffen. Ich trage einen kleinen goldenen Stein in meiner Tasche. Vor einigen Jahren lernte ich auf einer Bank im Park einen Mann kennen. Ich nutzte die Mittagspause für ein erstes, kurzes Sonnenbad im zeitigen Frühjahr, und er saß einfach da, weil er Zeit hatte. Viel Zeit, denn er hatte keine Arbeit. Besser gesagt: er durfte keine Arbeit aufnehmen, er war ein Flüchtling, ein Asylbewerber ohne Arbeitserlaubnis. Er lächelte mich an und sagte „Gut, die Sonne, nicht wahr?“ So kamen wir miteinander ins Gespräch und er erzählte mir von sich, von seiner Familie in Eritrea, von seiner Flucht und seinem Leben hier in Deutschland. Er sprach leise, blickte dabei auf den Stein in seinen Händen, den er mal in der rechten, mal in der linken wog, dann geschickt durch seine Finger jonglierte, nach oben warf und wieder auffing. Einmal fiel der Stein zu Boden und er ließ ihn achtlos liegen. Ich habe den Mann nie wieder gesehen nach dieser Mittagspause im Frühling. Als ich aber einige Tage später wieder auf dieser Parkbank saß, lag der Stein noch an derselben Stelle, wo er hingefallen war. Ich hob ihn auf und betrachtete ihn lange. In der milden Frühlingssonne schimmerte er golden und fast schien es mir, als sähe ich in diesem sanften Glanz das Gesicht des Mannes, dessen Namen ich nicht einmal wusste. Ich steckte den Stein ein, und wann immer ich in meiner Tasche kramte und er mir dabei unversehens in die Hände fiel, dachte ich an den Fremden, seine Geschichte, und sein Land, das für mich mehr geworden war als ein Flecken im fernen Afrika.

 September 2013 – „Fenster zum Himmel“ – Erinnerungen bewahren

Im spätsommerlichen KLOPFZEICHEN im September ging es darum, Bilder und Erlebnisse als Erinnerungen wieder aufleben zu lassen und sie ganz bewusst aufzubewahren, denn „Erinnerungen sind Fenster zum Himmel, durch die mein Leben wie mit einem Pinsel Gottes Farbe erhält“.

Juni 2013 – „Ich weiß deine Arbeit und deine Werke und deine Geduld“

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Mit diesem Zitat aus dem Buch der Offenbarung des Johannes erhielten vor allem die Zuspruch, die in Familie, Beruf und Ehrenamt um das Wohl von Kindern bemüht sind.

März 2013 – „Manchmal stehen wir zur Auferstehung auf“

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Ausgehend von der Auferweckung des Lazarus reflektierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die heilsamen Bindungen und Lösungen in ihrem Leben – dafür standen die roten Schnüre und Knoten – ebenso wie die zerstörerischen und einengenden, vom Leben abschnürenden Bindungen und Lösungen, für die die blauen Schnüre und Knoten standen.

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